Projektwoche am BORG Ried

Bericht zur Projektwoche (letzte Schulwoche)

Nach zweijähriger, pandemiebedingter Pause konnten sich die Schüler und Schülerinnen des BORG Ried im Innkreis an vier Tagen in der letzten Schulwoche zu klassenübergreifenden Projekten anmelden, die von Lehrern und Lehrerinnen des BORG, aber auch von externen Trainer*innen angeboten und durchgeführt wurden. So war es unter anderem möglich naturkosmetische Produkte herzustellen, Origami zu falten, sich musikalisch beim Percussion-Workshop oder beim Singen zu entfalten, moderne Brettspiele kennenzulernen, oder sich gar sportlich mit den Rieder Gladiators, beim Step Aerobic oder beim Golfen auszutoben. Besondere Schwerpunkte stellten in diesem Schuljahr auch Workshops zu den Themen Soziale Medien, Rechtsextremismus (geleitet von einem Mitarbeiter des Mauthausen Komitees) und ein Kurs zur Selbstverteidigung für Mädchen (geleitet durch den Verein Selbstverteidigung Innviertel) dar. Nicht nur für die Schüler*innen des bildnerischen Zweigs war es möglich sich kreativ bei einem Fotoworkshop mit Thomas Hackl oder beim Body Painting zu verwirklichen. Um auch das Thema Nachhaltigkeit am Borg weiterhin zu erleben, wurde von den Schülerinnen der 5A ein Tauschbasar zum Austauschen von Kleidung organisiert und eine Führung im Haus der Nachhaltigkeit in Ried angeboten. Dem besonderen Engagement unserer Schülervertreterinnen ist es auch zu verdanken, dass vereinzelten Klassen wieder in neuem Glanz, sprich neuer Farbe, erstrahlen dürfen. Natürlich durfte zum Abschluss ein Besuch im Rieder Starmovie-Kino nicht fehlen! Nach so langer Zeit der sozialen Einschränkung tat es richtig gut, die Schule wieder einmal nicht nur als Ort des Lernens, sondern auch als Ort des Ausprobierens, des Spielens, des Spaßes und der Begegnung zu erleben.

Im Folgenden ein paar Berichte zu einzelnen Projekten!

 

Naturkosmetik selbst gemacht

Die Schüler*innen konnten selbstständig Lippenpflegestifte (mit verschiedenen Geschmäckern, wie z. B. Erdbeere oder Vanille), eine After-Sun-Lotion und festes Shampoo herstellen. Die Rohstoffe waren rein biologisch, pflanzlich und ohne Tierversuche produziert worden.

TikTok, Insta. & Co

Welche sozialen Medien nutzen wir? Welche Chancen bringen die vielen, bunten Apps? Welche Risiken muss man in den digitalen Welten beachten? Gibt es Tipps, die wir anderen Jugendlichen und Kindern geben können für einen sicheren Umgang mit TikTok, SnapChat und Co.? Das waren die Leitfragen für den Projektworkshop am 5. Juli 2022 in der letzten Schulwoche. Neun Schüler*innen aus insgesamt vier Klassen des BORG Ried im Innkreis beschäftigten sich mit Themen wie Betrug im Internet, Selbstdarstellung, Privatsphäre, Cyber-Grooming, Fakes, Sexting und Cybermobbing. Sie erstellten gemeinsam Präsentationen und kollaborative Whiteboards zu den ausgewählten Themenbereichen. Fazit: Ein kurzweiliger Workshop mit vielen Infos und Anregungen für die Reflexion der eigenen Mediennutzung.

Step Aerobic

Zum ersten Mal gab es bei den Projekttagen auch Step Aerobic im Programm. Wie alle hatten wir mit ein paar Corona-Ausfällen zu kämpfen, aber die verbliebenen Schülerinnen und Schüler haben sich erfolgreich den nonstop 128 Beats pro Minute gestellt. In drei Blöcken zu etwa 50 Minuten haben wir eine wahrlich zauberhafte Choreographie auf die Beine gestellt und im Turnsaal mal wieder gescheit aufgeschwitzt.

Radltour zum Prameter Badesee --> Fußmarsch zum Rieder Freibad

Die Radltour zum Prameter Badesee muss sich noch ein Jahr gedulden – weil so viele Begleitpersonen ausgefallen sind, haben Herr Professor Sauerwein und Herr Professor Schütte ihre Gruppen zusammengelegt, und aus dem Badesee und den Dachsteinwanderungen wurde ein Fußmarsch zum Rieder Freibad. Mit einer großen Gruppe schlugen wir dort auf und machten Wellen 😊! Hosen Obi wurde gespielt, Flöchte wurden gezopft, und für die Feinschmecker*innen gab es Obst und Gemüse in Form von Cornetto-Erdbeereis und Pommes.

Fotoworkshop mit dem Fotografen Thomas Hackl

Im Zuge des Workshops konnten die Schüler*innen mit der Camera obscura und mit Fotogrammen experimentieren. Die Ergebnisse wurden mithilfe von Thomas Hackl in der Dunkelkammer entwickelt.

Erste-Hilfe-Kurs

17 Schülerinnen und Schüler nahmen im Rahmen unserer Projekte mit Begeisterung und großem Engagement an einem Erste-Hilfe-Kurs, der für den Führerschein anrechenbar ist, teil. Stabile Seitenlage, Herzdurckmassage, Bergung nach einem Autounfall, Druckverbände und vieles mehr wurde von Simon, unserem Referenten des Roten Kreuzes, allen Kursteilnehmer*innen bestens erklärt.

Bodypainting - Vergängliche Kunst am Körper

Im Rahmen des Kunst-Workshops konnten sich die Schüler*innen mit Bodypainting, zu Deutsch Körperbemalung, einer Form der Körperkunst vertraut machen. Die kunstvolle Bemalung des Körpers erfolgte mit hautverträglichen und wasserlöslichen Farben, welche mit Pinseln und Schwämmen direkt auf die Haut aufgetragen wurden. Die unterschiedlichen Motive für die Teilkörperbemalungen wurden von den Schüler*innen mit viel Engagement individuell erarbeitet und praktisch verwirklicht. Die phantasievollen und künstlerisch überzeugenden Umsetzungen reichen von verblüffenden 3D- Effekten, formalen sowie farblichen Fortsetzungen von Kunstwerken auf Händen bis hin zu ausdrucksstarken Gesichtsbemalungen. Geblieben sind den Schülern die Erfahrungen, ihren Körper als Leinwand zu benutzen und bedingt, durch den temporären Charakter dieser Kunstform, ihre Arbeiten mittels Fotografie zu dokumentieren, um somit in Erinnerung zu behalten. 

 

Kennenlernprojekt für die Klassen 5A, 5B und 5D

Im Zuge der Projektwoche verbrachten die drei 5. Klassen einen vergnüglichen Vormittag bei der Lösung verschiedenster Aufgabenstellungen. Gefragt waren Teamwork, das Finden kreativer Lösungen, Kommunikationsbereitschaft und natürlich Lust am Kennenlernen.

 

Worskhop „Wir sind alle“

„Wir sind alle“ – Das war das Motto, unter welchem der in der letzten Schulwoche gebotene Workshop zum Thema Rechtsextremismus stand. Kaum jemand von den 16 Schüler*innen – bunt gemischt vom fünften bis zum siebten Jahrgang – wusste zu Beginn des Projekts mehr als dessen Titel, doch allen war von Anfang an klar, dass es ein keineswegs langweiliger Vormittag werden würde. Bereits die erste Frage, die Frederick Schmidsberger, Mitglied des Mauthausen-Komitees und Leiter des Workshops, den Jugendlichen stellte, war alles andere als einfach zu beantworten. „Könnten Verbrechen wie solche zur Zeit des Nationalsozialismus in den Konzentrationslagern heute noch einmal stattfinden?“ Die Antworten fielen alles andere als eindeutig aus. Mit einer Mischung aus humorvollen Erzählungen, Diskussionen hervorrufenden Fragen und zum Nachdenken anregenden Aufgaben führte Herr Schmidsberger die Schüler*innen immer weiter in das Thema hinein und schnell war allen klar, dass Diskriminierung auch in Österreich mehr als nur einige wenige Menschen betrifft. Des Weiteren wurde betont, dass Vorurteile etwas sind, das wir alle haben - und wie diese überhaupt zustande kommen. Neben dem Thema Ausgrenzung beinhaltete der Workshop auch die in viele Bereiche übergehende Intoleranz gegenüber „anderen“ – und was jede/r Einzelne dazu beitragen kann. Den Abschluss bildete eine Übung, bei dem die Teilnehmer*innen in zwei Gruppen aufgeteilt wurden und verschiedene Kulturen darstellen sollten. Während die Aufgabe lautete, zusammen eine Brücke zu bauen, scheiterte es schnell an Kommunikationsproblemen, was ein weiteres Mal zeigte, dass Integration etwas ist, dass nur funktionieren kann, wenn beide Seiten sich darum bemühen und wie schnell es gehen kann, dass jemand ausgeschlossen wird. Als die Schulglocke den Vormittag beendete, waren die Teenager*innen um einiges reicher an Informationen als zuvor. Vor allem aber wussten sie jetzt eines ganz genau: Dass jeder Mensch einzigartig ist, dass diese Vielfalt gut ist und dass das Jede/r wissen muss. Denn gemeinsam sind wir schließlich alle. (Emma Holo, 5D)

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